„Was geblieben war“ / „Mich vermisst keiner!“

Ina Borrmann und Erik Lemke – Short Movies & Talk

Über 20 Jahre hat sie noch von ihm geträumt. Eine Reise zurück. Ostdeutsche Kleinstadt Ende der 80er. Einfach rumliegen, denn Zeit ist genug. Sie hat zu ihm aufgeschaut, konnte es gar nicht fassen, dass er sich für sie interessiert. Ihn jetzt wiederzusehen bringt die Ernüchterung. Ina Borrmann hat sich ihrer Träume entledigt und sie mit „Was geblieben war“ auf die Leinwand verbannt.

„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts; leben muss man es aber vorwärts.“ (Søren Kierkegaard)

Während sich in „Was geblieben war“ das Vergangene durch die Konfrontation im Jetzt aufklärt, ist es in Erik Lemkes „Mich vermisst keiner!“ umgekehrt. Hier hilft erst der Blick in eine auf staubigen VHS-Kassetten konservierte ausgehende Wendezeit die Protagonistin des Films zu verstehen. In Evis Leben bewegt sich nichts mehr. Seit Jahren sitzt sie in ihrer Wohnung fest, kommt mit dem Rollstuhl nicht mal mehr auf den Balkon.

Den Hintergrund beider Schicksale bildet die DDR im Umbruch, die ihre Bürger unvorbereitet ins Leben danach entlässt. In der Diskussion mit den Filmemachern wird es darum gehen, wie man im Dokumentarfilm bereits Vergangenes auf die Leinwand bringt und warum einem niemand dabei hilft, zu verstehen, wer man ist.

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